Vorbeugender Brandschutz

11.04.2017

 

Ein oft gänzlich vernachlässigtes Thema !!!

oder … „auf dem linken Fuß erwischt“ ?

 

Bezugnehmend der aktuellen Entwicklung, daß die es mittlerweile gängige Praxis

wird in Mehrfamilien-Wohnhäuser ( GKL 3, 4 oder 5 ) in der ganzen Wohnung

elektrische Rollos einzubauen ergibt sich in Bewertung des Vorbeugenden

Brandschutzes gemäß §11 BauVorlV folgende Problemstellung :

 

Wo ist es denn klar geregelt ob und auf welcher gesetzlichen Grundlage es

erforderlich ist bei mit elektrischen Rolladen ausgestatteten Wohnungen einen

entsprechenden Notbetrieb ( entweder mittels Handkurbel oder akkugepufferten

Motorsteuerungen ) einzurichten um den 2. Rettungsweg über ein evtl.

anleiterbares Fenster auch bei Stromausfall sicherzustellen ?  ► Nirgends !

 

Die Oberste Baubehörde führt gemäß einer entsprechenden Anfrage dazu

wie folgt aus :

 

Sollen an Fenstern, die als Rettungsweg dienen, elektrisch betriebene Rollläden

angebracht werden, ist deren Ausrüstung mit einer Notkurbel oder einer

Akkupufferung sicher sinnvoll, gesetzlich vorgeschrieben ist das aber nicht.

 

Nach Art. 31 Abs. 1 Bayerische Bauordnung (BayBO) muss jede Nutzungseinheit mit

Aufenthaltsräumen, wie z. B. eine Wohnung, in jedem Geschoss mindestens zwei

voneinander unabhängige Rettungswege haben. Für nicht zu ebener Erde liegende

Räume muss der erste Rettungsweg über eine sogenannte „notwendige Treppe“

führen, der zweite Rettungsweg kann eine weitere notwendige Treppe oder eine mit

Rettungsgeräten der Feuerwehr erreichbare Stelle sein, also z. B. ein Fenster oder

ein Balkon (Art. 31 Abs. 2 BayBO). Wird der zweite Rettungsweg auf diese Weise

über ein anleiterbares Fenster geführt, schreibt Art. 35 Abs. 4 BayBO vor, dass

dieses Fenster bestimmte Mindestabmessungen haben und von innen zu öffnen sein

muss.

Das Anbringen von Jalousien, Rollläden oder Vorhängen an solchen Fenstern wird

vom Gesetz ebenso wenig im Detail geregelt wie etwa das Verriegeln oder

Versperren der Wohnungstür, durch die der erste Rettungsweg führt. Diese Dinge

entscheidet der Eigentümer bzw. Nutzer der Wohnung in eigener Verantwortung.

 

Dies steht jedoch in Widerspruch zu der vielfachen Meinung von Baurechtlern,

welche Fenster inkl. Rolladen als „eine Einheit“ betrachten und insoweit die

Meinung vertreten, daß ein Notbetrieb bei Stromausfall sichergestellt sein muß !

 

Wie in einem Schadensfall hier rechtlich entschieden wird, wäre also sicher

interessant. Alle planenden Personen sollten dies berücksichtigen ! 

 




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